„Computerbild“: AGB-Fallen beim Internet-Einkauf

By | 9. November 2010

Mode, Bücher, Reisen: Mit wenigen Klicks lässt sich der Einkauf im Internet erledigen. Das kann später jedoch zu einem bösen Erwachen führen, denn in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vieler Anbieter lauern zahlreiche Fallstricke, wie die Zeitschrift „Computerbild“ berichtet. Für die aktuelle Ausgabe haben die Redakteure das „Kleingedruckte“ von 57 Shops, Fluglinien, Reisebüros, Internet-Anbietern und Partnerbörsen im Internet geprüft – bei über 90 Prozent der AGB gab es Anlass zur Kritik, lediglich fünf Anbieter hielten sich streng an das geltende Recht.


Mit einwandfreien Geschäftsbedingungen konnten lediglich Ikea, C&A, Buecher.de, myToys.de und das Hotelportal HRS überzeugen (alle „sehr gut“). Gravierende Mängel führten dagegen bei Partypoker.com, Ryanair und dem Reiseportal Ab-in-den-urlaub.de zur AGB-Note „mangelhaft“. So gebe es bei der Fluggesellschaft Ryanair in den AGB nicht nur viele verbraucherunfreundliche Klauseln, sondern auch unzulässige Gebührenregelungen. Ein vergessenes Online-Ticket für einen bezahlten Flug koste beispielsweise 40 Euro. Auch bei Ab-in-den-urlaub.de werden den Kunden laut „Computerbild“ in den AGB hohe Umbuchungs- und Stornierungsgebühren angedroht.

Tücken finden sich dem Fachmagazin zufolge auch in den Internet-Geschäftsbedingungen beliebter Partnerbörsen: ElitePartner (AGB-Note „ausreichend“) informiere beispielsweise nicht über Kündigungsfristen oder Vertragsverlängerung. Sowohl Flirtcafe (AGB-Note „befriedigend“) als auch Friendscout24 (AGB-Note „ausreichend“) haben demnach das Widerrufsrecht in ihren Geschäftsbedingungen nicht wie vorgeschrieben hervorgehoben.

Ebenfalls nur „befriedigend“ seien die AGB der Online-Shops von Bonprix und Otto. Bei beiden Shops werde es etwa dem Kunden erschwert, sein Widerrufsrecht zu nutzen: Die Kontaktdaten seien unvollständig – Faxnummer und E-Mail-Adresse fehlten. Ebenfalls verbraucherunfreundlich: Falls ein bestelltes Produkt nicht lieferbar sei, behalten sich unter anderem Bonprix und Otto vor, einen Ersatzartikel zu schicken – und zwar ohne vorherige Rücksprache mit dem Kunden. Aus den Geschäftsbedingungen gehe außerdem nicht klar hervor, wann der Kaufvertrag überhaupt zustande komme.

Alles in allem findet sich laut „Computerbild“ die Crème de la Crème des deutschen Internethandels lediglich im großen Mittelfeld mit der Note „befriedigend“ wieder. So liefere beispielsweise Amazon unklare Hinweise zur Datenweitergabe bei Rechnungskauf. Zudem behalte sich die Shop-Plattform Amazon Marketplace vor, nicht nur die Bonität des Käufers zu überprüfen, sondern auch gleich die des Ehepartners. In den Geschäftsbedingungen des Media Markt-Online-Shops fehle der Hinweis auf das Produkthaftungsgesetz, dafür finde sich dort der Satz „Erfüllungs- und Leistungsort ist der Sitz des Verkäufers“ – was für den Laien nicht nur unverständlich, sondern auch falsch sei. Außerdem werde dem Käufer nicht erklärt, was sich hinter dem Wortungetüm „vertragswesentliche Pflichten“ verberge. Dieser Fehler sei aber unter anderem auch bei eBay zu bemängeln.

Im Ergebnis rät das Computermagazin Verbrauchern dazu, vor dem Online-Einkauf neben den Produktangaben und Lieferfristen immer auch die ABG des Anbieters zu prüfen. Für den Kunden besonders wichtig seien hierbei die Angaben zum Widerrufs- und Rückgaberecht und zur Gewährleistung. Weitere „goldene Regeln“: Der Kunde sollte sich vergewissern, dass der Internet-Shop persönliche Daten verschlüsselt übertrage und sichere Zahlungsarten biete – von Vorkasse und Nachnahme ist abzuraten. Auf der Heft-CD/DVD der aktuellen Ausgabe (24/10) bietet „Computerbild“ zudem 15 Musterbriefe, mit denen Kunden unproblematisch ihr Recht einfordern können.

Quelle: Computerbild (in Kooperation mit finanzwertig.de)
(Ende) verbraucher-impuls.de/08.11.2010

Weitere Artikel:

    Keine ergänzenden Artikel gefunden