GEZ-Fahnder lässt Unterlagen seiner „Kundschaft“ liegen

Von | 28. März 2010

Da dürfte ein Alsfelder Autohändler nicht schlecht gestaunt haben: Beim Saubermachen eines Autos, das ein unzufriedener Kunde zurückgegeben hatte, stieß einer seiner Mitarbeiter auf sensible Unterlagen für den Rundfunkgebühreneinzug des regional zuständigen Hessischen Rundfunks (HR). Plötzlich hatten die Autohaus-Mitarbeiter so Einblick in Namen, Adressen, Bankverbindungen sowie handschriftlich ergänzte Verwandtschaftsverhältnisse von Vogelsberger Einwohnern, die auf die ein oder andere Art ins Visier der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) geraten waren.


Das Auto war von einem freiberuflich tätigen Gebühreneintreiber des Hessischen Rundfunks gekauft worden. Er war mit dem Wagen jedoch nicht zufrieden und machte den Kauf rückgängig. Bei der Rückgabe des Autos vergaß der Mann dann offenbar seine Unterlagen herauszunehmen – sehr zum Unmut des Autohändlers: „So eine Schlamperei! So leichtfertig gehen Mitarbeiter der GEZ also mit unseren Daten um! Aber an der Tür gegenüber den Leuten den Dicken machen!“, schimpfte er gegenüber dem Kreis-Anzeiger aus Nidda. (Und damit dürfte er wohl nicht wenigen Deutschen aus der Seele gesprochen haben…)

Beim Hessischen Rundfunk nannte man den Vorfall der vergessenen Karteikarten bedauerlich. „Das geht natürlich nicht“, räumte die Leiterin des Sender-Bereichs Rundfunkgebühren ein. Zugleich verteidigte sie die Angelegenheit aber als Einzelfall. Vermisst hat der auf Provisionsbasis arbeitende GEZ-Fahnder seine Arbeitsmittel offenbar noch nicht. Beim Autohändler hat er sich laut Zeitungsbericht jedenfalls nicht mehr gemeldet. Nun darf sich der Hessische Rundfunk die Karteikarten selbst abholen…

Quelle: Kreis-Anzeiger.de (via Gulli.com)
(Ende) verbraucher-impuls.de/28.03.2010

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