Geldautomaten: Hohe Gebühren bei Abhebungen an fremden Automaten

29. Januar 2010 | Kategorien: Aktuell, Finanzen & Versicherungen | Tags: , , , , ,

Ob im Urlaub oder abends vor dem Ausgehen – schnell mal am nächsten Geldautomaten “Bares” zu ziehen, das kann selbst innerhalb Deutschlands teuer werden. Denn wer bei einem “fremden” Automaten Geld abhebt, muss dafür immer höhere Gebühren zahlen.


Durchschnittlich berechnen Banken für eine Geldabhebung außerhalb ihres eigenen Automatennetzes derzeit 5,64 Euro, wie eine Auswertung der Finanzberatung FMH unter 200 Banken ergab. Das entspreche einer Steigerung um knapp 29 Prozent verglichen mit dem Niveau von gut drei Jahren zuvor. Damals lag der durchschnittliche Preis laut FMH noch bei 4,38 Euro. Dazu passen die Ergebnisse einer aktuellen Stichprobe von Stiftung Warentest/Finanztest. Danach hat mehr als die Hälfte der 64 überprüften Banken die Gebühren für ihre Kunden bei der Nutzung fremder Automaten angehoben.

siehe dazu bei der Stiftung Warentest: Gebühren ausgewählter Banken bei Abhebungen an fremden Geldautomaten in Deutschland.

Konkurrenzstreit zwischen Filial- und Direktbanken

Ein wesentlicher Grund für die steigenden Gebühren ist nach Meinung von Verbraucherschützern ein verschärfter Wettbewerb zwischen Filialbanken und Direktbanken. Durch den Verzicht auf eigene kostspielige Filialstrukturen können letztere deutlich bessere Konditionen bieten. Damit werben sie erst Kunden von den Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken ab – nur um sie dann zum Geldabheben wieder die Geräte der Konkurrenz nutzen zu lassen.

Tatsächlich kostet eine Abhebung für die Bank, die den Automaten zur Verfügung stellt, nur etwa 60 Cent pro Vorgang”, wie FMH-Chef Max Herbst erklärt. Mittlerweile verlangen einige Banken untereinander aber bereits Interbankenentgelte von bis zu 20 Euro je Abhebung – Gebühren, die die Gegenbanken zunehmend stärker an ihre Kunden weiterreichen.

Der Wettstreit auf dem Rücken der Bankkunden und die damit verbundenen Gebührenanhebungen seien für Verbraucherschützer “nicht länger hinnehmbar”, kritisiert dagegen Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Er kündigte Konsequenzen bis hin zu Abmahnungen und Klagen an, sollten die Banken ihr Gebaren nicht ändern.

Automatenpool der Hausbank nutzen

Statt sich womöglich beim nächsten Kontoauszug über hohe Gebühren zu ärgern, ist es besser, sich gleich am Geldautomatennetz der Hausbank zu orientieren. Hier haben sich inzwischen mehrere Gruppen gebildet, innerhalb derer die Kunden der Mitgliedsbanken kostenlos Geld mit ihrer EC-Karte abholen können. Das sind im Wesentlichen die folgenden vier:

Sparkassen: Der Sparkassenverband bietet mit über 22.000 Automaten bundesweit das dichteste Netz für seine Kunden an. Alle Sparkassen-Kunden können sich hier mit Ihrer EC-Karte kostenlos mit Bargeld versorgen.

Volks- und Raiffeisenbanken: Das Geldautomatennetz der genossenschaftlichen Bankengruppe mit über 18.600 Geldautomaten ist im BankCard ServiceNetz zusammengeschlossen. 98 Prozent aller Volks- und Raiffeisenbanken nehmen daran teil. Einige wenige – vor allem in viel besuchten Urlaubsregionen – halten sich jedoch außen vor, um höhere Gebühren berechnen zu können. Auskunft dazu gibt es bei der eignen Hausbank oder dem Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Cash Group: Die Cash Group ist ein Zusammenschluss insbesondere der großen Geschäftsbanken in Deutschland. Die Kunden können an den 7.000 inländischen Automaten der Institutsgruppe kostenloses Bargeld mit der Maestro-Karte (EC-Karte) ziehen. Mitglied sind unter anderem Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, HypoVereinsbank oder die Postbank sowie deren Tochterunternehmen (norisbank, comdirect, DABbank, Berliner Bank, u.a.).

Cash Pool: Der Zusammenschluss zum Cash Pool ermöglicht es den Kunden der teilnehmenden Banken an 2.500 Geldautomaten bundesweit Geld abzuheben. Angeschlossen sind hier BBBank eG, Citibank, Degussa Bank, GE Money Bank, National-Bank, Santander Consumer Bank, SEB, die Sparda-Banken, die Südwestbank sowie die Wüstenrot-Bank.

Kosten im Urlaub

Der Preis für Abhebungen an ausländischen Geldautomaten variiert je nach Kreditinstitut und Reiseland. Erkundigen Sie sich hierzu am Besen vor Reiseantritt bei Ihrer Hausbank. Manche Kreditinstitute haben zudem Kooperationen mit ausländischen Banken abgeschlossen. So können beispielsweise Kunden der Deutschen Bank bei der Bank of America (USA), Barclays (Großbritannien, Kenia, Mauritius oder Tansania), BNP Paribas (Frankreich) oder der Scotiabank (Kanada, Dominica, Grenada, Jamaika, u.a.) kostenlos Geld aus den Automaten ziehen. Auch über solche Kooperationspartner gibt Ihnen Ihre Hausbank Auskunft.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Stern Stiftung Warentest/Finanztest (zudem siehe Links)
(ENDE) verbraucher-impuls.de/29.01.2010

Weitere Artikel:

    Keine ergänzenden Artikel gefunden

Post to Twitter

2 Kommentare
Artikel kommentieren »

  1. [...] teuer werden. Denn wer bei einem “fremden” Automaten Geld abhebt, musste dafür zuletzt immer höhere Gebühren zahlen. Derzeit berechnen Banken für eine Geldabhebung außerhalb ihres eigenen Automatennetzes im [...]

  2. Die zukünftige Regelung, nach der die Gebühr beim Geld abheben angezeigt werden soll, reicht bei weitem nicht aus. Welcher Verbraucher hat denn die Zeit, zum nächsten Geldautomaten zu rennen, wenn die Gebühr zu teuer ist?. Wer an einem Femdautomaten Geld abhebt, befindet sich meist nicht in seiner Heimatstadt, und wird daher bestimmt keine weiteren 5 Geldautomaten in der Nähe kennen.

Artikel kommentieren