Vorübergehend höhere Preise bei Flugreisen erwartet

Von | 21. April 2010

Der Luftraum über Europa ist wieder geöffnet. Doch wann der planmäßige Flugverkehr wieder normal läuft, die Wartelisten abgearbeitet sind und alle regulär gebuchten Passagiere pünktlich abheben werden, ist noch offen. Ein Blick auf die An- und Abfluglisten der Flughäfen zeigt nach wie vor eine hohe Zahl annullierter Flüge. Wer zudem in den kommenden Tagen einen Flug buchen möchte, muss zudem mit deutlich gestiegenen Ticketpreisen rechnen, warnt das Magazin „Reise & Preise“.


Wer etwa in den nächsten Tagen kurzfristig nach Singapur will, muss sich demnach mit Flugpreisen von 2.500 Euro abfinden, falls überhaupt ein freies Plätzchen verfügbar ist. Ähnlich sei die Lage auch auf anderen internationalen Hauptrouten, z. B. nach Bangkok, New York und Delhi. Auch innereuropäisch sei infolge der hohen Nachfrage derzeit kaum ein Schnäppchen zu machen.

Nur kurzfristige Preissteigerung

Diese Entwicklung dürfte allerdings zeitlich begrenzt bleiben: „Auf die Preisentwicklung der nächsten Wochen und Monate wird das Flugverbot keine Auswirkung haben“, meint Chefredakteur Oliver Kühn. Bereits Anfang Mai sollten sich die Flugpreise wieder auf das alte Niveau einpendeln. Vom Fernweh Geplagte könnten dann wieder für 500 bis 600 Euro nach Thailand oder Indien fliegen und für 350 Euro nach New York – allerdings nur, solange sich die Situation nicht wieder ändere.

Bei Pauschal- und Last-Minute-Reisen seien hingegen schon jetzt sinkende Preise zu beobachten. Hier mache sich die große Zurückhaltung bei den Erholungssuchenden in diesen Tagen bemerkbar. Laut „Reise & Preise“ können einwöchige Mallorca-Reisen inklusive Flug, Hotel und Transfer in diesen Tagen schon für 150 Euro gebucht werden, für die Türkei wird man bei 200 Euro fündig und für die Kanarischen Inseln bei 250 Euro. Jedoch bleibe auch hier das Restrisiko, dass der isländische Vulkan Eyjafjallajökull noch einmal auf Touren kommen könnte.

Gestrandete Urlaubsreisende

Wenig erfreulich sieht die Lage derzeit bei den Reisenden aus, die infolge des Flugverbots an ihren Urlaubsorten festsitzen. Dem ADAC liegen nach eigenen Angaben bereits Hunderte von Hilfeersuchen seiner Mitglieder vor, deren Rückflüge, insbesondere von spanischen Urlaubsorten wegen der jüngsten Flugverbote storniert werden mussten. Die Fluggesellschaften würden sich weigern, ihrer Rückholungspflicht in angemessener Form nachzukommen. Laut ADAC bieten sie – wenn überhaupt – vielfach nur Heimflüge zu weit überteuerten Preisen an. Dies kann nach Ansicht des Automobilclubs nicht hingenommen werden: Die Fluggastrechteverordnung verpflichte die Airlines, für den Rücktransport des Fluggastes zu sorgen. Leider sei hier jedoch nicht geregelt, „wann“ der Rücktransport zu erfolgen habe.

Betroffenen Urlaubern rät der ADAC, zur Durchsetzung späterer Rechtsansprüche alle Belege zu sammeln und über die Situation genau Protokoll zu führen, damit später im Falle eines Rechtsstreits der Vorgang lückenlos dokumentiert werden kann. Bei Gesprächen mit Angestellten der Fluglinien sollten nach Möglichkeit immer Namen und Funktion notiert werden.

Quelle: „Reise & Preise“
(ENDE) verbraucher-impuls.de/21.04.2010

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