Lebensmittelüberwachung warnt vor Birnen aus der Türkei

Von | 22. Oktober 2009

Das Agrarministerium Baden-Württembergs warnt eindringlich vor dem Verzehr von Birnen aus der Türkei. Diese weisen nach Angaben der baden-württembergischen Lebensmittelüberwachung das in der EU verbotene Pflanzenschutzmittel Amitraz in gefährlichen Konzentrationen auf. Eine Gesundheitsgefährdung für Kleinkinder sei möglich.


Im Rahmen einer gezielten Aktion wurden nach Auffälligkeiten im Vorjahr erneut Birnen auf den Wirkstoff Amitraz untersucht. Dabei waren alle Proben aus der Türkei mit Rückständen ganz erheblich über dem Grenzwert belastet. Die Birnen wurden, soweit noch vorhanden, von den Lebensmittelüberwachungsbehörden unverzüglich aus dem Handel genommen und vernichtet. „Angesichts der Befunde muss derzeit vor dem Verzehr von Birnen mit Herkunft Türkei gewarnt werden“, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk.

Bisher wurden im Jahr 2009 von der Lebensmittelüberwachung insgesamt 45 Proben Birnen aus verschiedenen Herkunftsländern (darunter Südamerika zwölf, Deutschland zehn, Südafrika sechs, Türkei acht und Italien vier) auf Rückstände an Pflanzenschutzmitteln untersucht. In allen acht Birnenproben aus der Türkei konnten dabei Amitraz-Rückstände festgestellt werden. Hierbei lagen die nachgewiesenen Rückstandsgehalte (0,2 bis 15,7 mg/kg) ungewöhnlich weit über der für Amitraz festgelegten Höchstmenge (0,01 mg/kg) und auch der festgelegte Wert für die so genannte „Akute Referenzdosis“ (ARfD) wurde in allen Proben deutlich überschritten.

Gesundheitsgefährdung für Kleinkinder

Nach den Berechnungen der Lebensmittelchemiker im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart ist die akute Referenzdosis teilweise so erheblich überschritten, dass zumindest bei Kleinkindern eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung bei hohem Konsum nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Es kann nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung in Einzelfällen zu Schläfrigkeit, Desorientiertheit, Sprachstörungen und Erniedrigung von Pulsfrequenz und Blutdruck kommen.

Positiv zu vermerken ist, dass bei allen Proben aus Deutschland und auch aus den übrigen Anbauländern keine Höchstmengenüberschreitungen und auch keinerlei Amitraz-Rückstände festgestellt wurden. Der ausführliche Untersuchungsbericht kann im Internet unter www.ua-bw.de abgerufen werden. Im Übrigen werden die Überprüfungen fortgesetzt.

Hintergrund: Der Wirkstoff Amitraz wirkt als Insektizid (gegen Insekten) und Akarizid (gegen Spinnentiere). In Deutschland ist er seit einigen Jahren, in der EU seit Anfang 2008 nicht mehr zugelassen.

Quelle: Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg
(ENDE) verbraucher-impuls.de/22.10.2009

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