Pestizide in getrockneten Kräutern: Greenpeace vs. Gewürzindustrie

Von | 29. Oktober 2009

Die Umweltorganisation Greenpeace warnt vor der Verwendung getrockneter Kräuter. Zahlreiche der Gewürze seien mit Giften belastet. Das betreffe vor allem Curry-, Paprikapulver und Petersilie. Heftiger Widerspruch kommt dagegen vom Fachverband der Gewürzindustrie: Greenpeace skandalisiere ein weiteres Mal einen Vorgang, der sich zum Skandal nicht eigne. Bis auf eine Ausnahme lägen alle Greenpeace-Proben innerhalb der gesetzlich festgelegten Höchstmengen.


„Mit einer Prise Paprika oder Curry, wie sie auf der Currywurst landet, streut man sich einen Giftcocktail von bis zu 20 verschiedenen, teilweise krebserregenden Chemikalien aufs Essen“, erklärt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. Gegen den Metro-Konzern haben die Umweltschützer sogar schon Strafanzeige erstattet: In getrockneter Petersilie der Metro-Eigenmarke TIP werde die gesetzlich festgelegte Höchstmenge überschritten. Die Probe stamme von Real, einer Supermarktkette der Metro-Handelsgruppe, in Hamburg.

Gewürzindustrie: Greenpeace skandalisiert ohne Grund

Deutlicher Widerspruch gegen die Greenpeace-Vorwürfe kommt dagegen vom Fachverband der Gewürzindustrie: Wieder einmal habe sich Greenpeace reißerisch zu Pestizid-Funden in Kräutern und Gewürzen geäußert. Und wieder einmal bestehe kein Grund zur Sorge. Greenpeace lege von der gesetzlichen Regelung abweichende Grenzwerte zugrunde und beanstande Produkte, die sorgfältig untersucht, nach Gesetz und Recht verantwortungsvoll hergestellt und frei verkehrsfähig seien.

Nach eigenen Angaben habe Greenpeace nur bei einer einzigen Probe eine Überschreitung der gesetzlichen Höchstmenge festgestellt. Alle anderen untersuchten Proben lägen innerhalb der gesetzlich festgelegten Höchstmengen. Dies zeigt nach Ansicht des Fachverbandes sehr deutlich, dass die Untersuchungs- und Kontrollsysteme der Gewürzhersteller einwandfrei funktionieren und die Verbraucher die Produkte ohne Bedenken verzehren können. Somit skandalisiere Greenpeace ein weiteres Mal einen Vorgang, der sich zum Skandal nicht eigne.

Mehr zur Greenpeace-Warnung vor getrockneten Kräutern:
Mit Gift gewürzt (greenpeace.de – hier gibt es auch die ausführlichere Studie – .pdf-Datei)
Kein Grund zur Beunruhigung (Fachverband der Gewürzindustrie)
Strafanzeige gegen Metro: Greenpeace entdeckt Giftstoffe in Gewürzen
Pestizid-Belastung: Greenpeace warnt vor getrockneten Kräutern (ZEIT Online)
Pestizide in Gewürzen gefunden: Real nimmt Produkt aus dem Handel

Quelle: Greenpeace, Fachverband der Gewürzindustrie
(ENDE) verbraucher-impuls.de/29.10.2009

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