Rauchmelder: Unkomplizierte Lebensretter

Von | 10. Oktober 2009

Pro Jahr sterben rund 430 Menschen durch einen Brand in den eigenen vier Wänden – die meisten von ihnen allerdings nicht durch die Flammen, sondern an einer Rauchgasvergiftung. Dagegen helfen Rauchmelder: Ihr durchdringendes Piepsen kann zwischen Leben und Tod entscheiden. Denn Rauchmelder registrieren sofort, wenn es in der Wohnung brennt – viel früher als es die menschliche Nase das Feuer riechen kann.

„Bei einem Wohnungsbrand ist nicht das Feuer die größte Gefahr. Die meisten Brandopfer sterben durch die giftigen Gase, die dabei entstehen“, erklärt Matthias Honnacker von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin den großen Vorteil der Rauchmelder. Wenn man die Hitze des Brandes spürt oder das Feuer riecht, ist es schon zu spät. Nur dreimal eingeatmet, kann das hochgiftige Kohlenmonoxid bereits zur Bewusstlosigkeit führen, nach etwa zehn Atemzügen ist ein Mensch tot. „Deswegen sind Rauchmelder ein unheimlich wichtiges lebensrettendes Instrument, das uns die wichtigen Sekunden bringt, die wir brauchen, um uns selber in Sicherheit zu bringen und auch um die Feuerwehr zu alarmieren“, mahnt Honnacker.

In Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen ist der Einbau in private Wohnungen mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben – wenn auch mit unterschiedlichen Umsetzungsfristen. Am weitesten sind dabei Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Hier müssen bereits bis Ende 2009 in allen Wohnungen Rauchmelder installiert sein. In den anderen Bundesländern sollten Immobilienbesitzer und Mieter zu ihrer persönlichen Sicherheit nicht erst auf eine gesetzliche Vorschrift warten. Zumal qualitätsgeprüfte Rauchmelder schon für weniger als zehn Euro zu haben sind und von einigen Versicherungen auch mit Rabatten belohnt werden.


Beim Kauf eines Rauchmelders, sollte man genau auf die Geräte-Kennzeichnung achten: „Kaufen Sie nur Rauchmelder, die mindestens die CE-Kennzeichnung tragen versehen mit einer Prüfnummer“, empfiehlt Experte Honnacker. Besser noch seien Rauchmelder mit dem VDS-Prüfzeichen. „Die VDS-Prüfstelle garantiert mit diesem Prüfsiegel, dass die Geräte getestet wurden auf Herz und Nieren so dass sie auch wirklich funktionieren.“

Richtige Anbringung

Nachdem man den passenden Rauchmelder gekauft hat, stellt sich die nächste Frage: Wo hängt man ihn auf? Grundsätzlich sollten Brandmelder in Fluchtwegen wie Fluren und Treppen und vor Schlafräumen freistehend an der Decke und mindestens 50 Zentimeter Abstand zur nächsten Wand angebracht sein. In Mehrfamilienhäusern sollte jede Etage berücksichtigt werden. Nicht sinnvoll ist die Anbringung von Rauchmeldern hingegen in Bädern oder Küchen, da es hier häufig zu Fehlalarmen kommen kann.

Rauchmelder tun übrigens auch in Raucherhaushalten zuverlässig ihre Dienste. Allerdings sollte man keine Zigaretten direkt unter den Melder halten und regelmäßig lüften. Zudem ist es ratsam, Rauchmelder einmal pro Monat mit dem Prüfknopf am Gerät zu testen und regelmäßig von Staub zu befreien. Dann funktioniert ein Rauchmelder rund zehn Jahre. Danach sollte er aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden.

Rauchmelder für Gehörlose

Schwerhörige Menschen, Menschen mit einem Hochtonverlust (Töne ab einer bestimmten Frequenz sind nicht mehr zu hören) oder allein lebende Personen, die zur Nacht ihr Hörgerät ablegen, können den lauten Alarmton eines Rauchmelders (85 dbA) nicht wahrnehmen. Für sie gibt es spezielle Rauchmelder. Diese Melder senden im Ernstfall einen hellen, gut wahrnehmbaren Lichtblitz aus. Nachts sorgt eine kleine Scheibe für ruhigen Schlaf, die mit dem Melder verbunden und in das Bettzeug des Schlafenden gelegt wird. Diese Scheibe vibriert im Alarmfall und warnt Hörgeschädigte auch nachts rechtzeitig vor dem tödlichen Brandrauch.

Weitere Infos: www.rauchmelder-lebensretter.de.

Quelle: Aktion: Das sichere Haus
(ENDE) verbraucher-impuls.de/10.10.2009

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