Umwelthilfe: Handelsketten untergraben Glühlampenausstieg

By | 8. November 2010

Bau- und Elektromärkte, Drogerien und Supermärkte verkaufen weiterhin die seit mehr als einem Jahr verbotenen Glühbirnen. Testbesuche in den Geschäften zeigen ein zum Teil breites Sortiment an matten Glühlampen sowie 100 Watt Glühlampen, wie die Deutsche Umwelthilfe berichtet. Die Organisation fordert daher die Behörden auf, gegen diese Verstöße gegen das EU-Klimaschutzrecht vorzugehen.


Laut EU-Verordnung dürfen seit 1. September 2009 keine matten Glühlampen und keine klaren Glühlampen mit mehr als 75 Watt verkauft werden. Zum 1. September 2010 ist zudem die zweite Stufe des Glühlampen-Verkaufsverbots in Kraft getreten: Auch klare Glühlampen mit mehr als 60 Watt sind damit in der EU verboten.

Handel verweist auf Restbestände

Ungeachtet dessen verkaufen offenbar mehrere große Einzelhandelsketten weiterhin Glühlampen, die eigentlich bereits seit September vergangenen Jahres nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen. Insbesondere große Handelsketten umgehen die EU-Regelung und bieten teilweise ein breites Sortiment sowohl an matten Glühlampen als auch an klaren Glühlampen mit mehr als 60 bzw. 75 Watt Leistung an, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nach Testkäufen in Berlin und Süddeutschland berichtet. Demnach ignoriere ein Drittel der 88 untersuchten Bau- und Elektromärkte, Drogerien, Kaufhäuser und Supermärkte die EU-Verordnung zu energieeffizienter Beleuchtung.

Nicht mehr zulässige Lampen habe die Umwelthilfe unter anderem in Märkten von Rossmann, Schlecker, Toom, OBI, Real, MediaMarkt, MediMax, Kaufland und Karstadt gefunden. Teilweise werde sogar offensiv für diese Ware geworben: So habe zum Beispiel der Hellweg-Baumarkt am Berliner Ostbahnhof im September 2010 – ein Jahr nach dem Stichtag – matte Glühbirnen „in verschiedenen Formen und Wattzahlen“ angepriesen. Die Handelsketten verteidigten den Weiterverkauf von ineffizienten Glühlampen damit, dass die Lampen schon vor dem Verkaufsverbot auf Lager gewesen seien – rein formaljuristisch also bereits in den Verkehr gebracht waren. Sie würden nun lediglich ihre Bestände verkaufen.

Umwelthilfe appelliert an Rechtsbehörden

„Es ist erschreckend, mit welcher Dreistigkeit große Baumarkt-, Elektro- und Drogerieketten gegen den Klimaschutz handeln und mehr als anderthalb Jahre nach der Verkündung der EU-Verordnung immer noch angebliche Restbestände an matten bzw. 100 Watt Glühlampen verkaufen“, beklagt Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Das Argument der Restbestände sei mehr als ein Jahr nach dem Stichtag absurd. Er forderte die betroffenen Unternehmen auf, den Verkauf dieser Lampen bis Ende November komplett einzustellen. Darüber hinaus habe die Umwelthilfe die Vollzugbehörden der Bundesländer von den festgestellten Verstößen in Kenntnis gesetzt und sie aufgefordert, ggf. Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe
(Ende) verbraucher-impuls.de/08.11.2010

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