WISO: erhöhtes Thromboserisiko bei neuartigen Antibabypillen

Von | 21. Oktober 2009

Zwei neue Studien kommen zu dem Ergebnis, dass durch die Einnahme von Antibabypillen der dritten und vierten Generation ein erhöhtes Thromboserisiko besteht, berichtet das ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO. Diese Pillen sollen häufiger Blutgerinnsel hervorrufen, die Lungenembolien auslösen können.


Professor Frits Rosendaal von der Universität Leiden in den Niederlanden hält die neueren Pillen für gefährlicher als die alten: „Die dritte Generation beinhaltet den Wirkstoff Desogestrel, die vierte Drospirenon und beide Stoffe bringen ein viel höheres Risiko für Thrombose gegenüber der älteren, zweiten Generation“, sagte Rosendaal gegenüber WISO. Nach seinen Erkenntnissen erhöhe der Wirkstoff Drospirenon das Risiko der Blutgerinnselbildung um das Fünffache. In einer anderen Studie an der Universität Kopenhagen stellte Professor Ojvind Lidegaard laut WISO ein doppeltes Risiko durch diesen Wirkstoff fest.

In Großbritannien und Norwegen sind die Antibabypillen der dritten Generation bereits vom Markt genommen worden. Die Schweizer Aufsichtsbehörde Swissmedic will am 21. Oktober die Ergebnisse ihrer Überprüfungen sämtlicher Antibabypillen der jüngsten Generation vorlegen. Anlass sind mehrere Vorfälle in der Schweiz. Eine damals 16-Jährige erlitt nach nur vierwöchiger Einnahme der Drospirenon-Pille eine doppelseitige Lungenembolie. Heute, knapp zwei Jahre später, ist sie schwerbehindert, ein Pflegefall. Ihre Mutter sagt in WISO: „Sie hatte keine anderen Medikamente eingenommen als die Pille und deswegen konnte man relativ schnell sagen, dass da mit ziemlicher Sicherheit die Pille der Verursacher der Lungenembolie ist.“ Das habe ihr die behandelnde Klinik schriftlich bestätigt.

Seitdem die Antibabypillen der vierten Generation im Jahr 2000 auf den Markt gekommen sind, starben nach Angaben der WISO-Redaktion allein in Deutschland sieben Frauen, die solche Präparate eingenommen hatten, an einer Lungenembolie oder ihren Folgen. Die Präparate stünden, genauso wie die der dritten Generation, seit längerem unter dem Verdacht, ein höheres Thromboserisiko mit sich zu bringen als frühere Antibabypillen-Präparate.

Mehr zum Thema (inklusive des Video-Beitrags) gibt es auf der WISO-Seite: Antibabypille unter Verdacht.

Quelle: ZDF/WISO
(ENDE) verbraucher-impuls.de/20.10.2009

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